Horrorszenario: „E-Auto und leerer Akku“


Das Liegenbleiben mit einem leeren Akku zählt zu den am meisten zitierten Argumenten gegen einen E-Autokauf. Dieses Gefühl ist absolut nachvollziehbar, stehen doch Sicherheit und Zuverlässigkeit ganz oben auf der Agenda individueller Mobilität.

Andererseits steht die berechtigte Frage im Raum, wie wahrscheinlich es ist, mit einem Elektroauto nicht weiterzukommen, weil die Batterie entladen ist. Können Sie sich daran erinnern, wie oft Sie mit Ihrem Verbrenner schon liegengeblieben sind, weil der Tank „plötzlich“ leer war?


Planung ist das halbe Leben

Bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs ist es wichtig, sich ein realistisches Bild von der typischen Nutzung desselben zu machen.

  • Wie weit fahre ich wochentäglich bzw. regelmäßig, z. B. als Berufspendler?
  • Habe ich darüber hinaus immer wieder Nutzungsszenarien, die von diesen wiederkehrenden Verbindungen abweichen?
  • Wo kann ich typischerweise laden, z. B. zu Hause, am Arbeitsplatz, nur an öffentlichen Ladestationen?
  • Wäre das E-Auto mein Haupt- oder Zweitfahrzeug?

U. a. die Ergebnisse solcher Recherchen geben Antwort auf zwei wichtige Fragen:

  1. Ist die Anschaffung eines Elektroautos grundsätzlich für mich sinnvoll?
  2. Welche Art von E-Fahrzeug in Bezug auf Größe und Reichweite ist wirklich erforderlich?


Moderne Software unterstützt Sie als E-Mobil-Fahrer

Sie alle kennen die Tankanzeige eines Verbrenners. Diese liefert Ihnen grafisch, z. B. mit Zeigern, und optisch, z. B. per Warnlicht, Hinweise auf den aktuellen Füllstand Ihres Kraftstofftanks.

Darüber hinaus sind in vielen Fahrzeugen heute auch akustische Meldungen verbaut, die praktisch als letzte Warnung anzeigen, dass nur noch eine geringe Restreichweite von (je nach Hersteller und Fahrzeug) 50-100 km vorhanden ist. Unterstützung dieser Art erhalten Sie selbstverständlich auch im Elektroauto. Dem E-Fahrer werden mehrere unübersehbare Warnstufen im Cockpit angezeigt, wenn der kritische Füllstand eines Akkus erreicht wird.

Sollte trotz Warnsignalen der Akku sein Minimum erreichen, schaltet das E-Auto automatisch in einen sogenannten „Schleichmodus“ um. Der Schleichmodus oder auch Sparmodus ermöglicht in aller Regel so viel Restreichweite, dass ein nächstgelegener Ladepunkt erreicht werden kann.

Viele Autohersteller integrieren in den aktuellen E-Modellen bereits Routenplaner im Navigationssystem, die die Restreichweite des E-Autos berücksichtigen. So werden Ladesäulen just in time, als genau zum richtigen Zeitpunkt, angefahren. Falls Ihr favorisiertes Elektroauto damit noch nicht ausgestattet sein sollte, gibt es auch Smartphone-Apps, die dazu Unterstützung anbieten.

Wenn dennoch alle Stricke reißen, bieten diverse Hersteller einen sogenannten Nachladeservice oder einen kostenlosen unbeschränkten Pannendienst an, der Sie und Ihr E-Auto zur nächstgelegenen Ladesäule transportiert.

Sie sehen, die Angst vor einem leeren Akku ist zwar menschlich und natürlich, aber prinzipiell unbegründet. Mehr zum Thema Reichweitenangst finden Sie in unserem Artikel "So alltagstauglich ist ein Elektroauto".