E-Autos sind in der Versicherung günstiger als Verbrenner: Die Gründe


Wer ein E-Auto fahren möchte, muss bei der Anschaffung des Fahrzeugs derzeit noch tiefer in die Tasche greifen als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das gleiche gilt auch, wenn eine Reparatur ansteht. Bei der Versicherung können Sie mit einem Stromer jedoch durchaus Geld gegenüber einem Verbrenner sparen, wie kürzlich die Untersuchung eines Vergleichsportals ergab.


Ein Elektroauto ist grundsätzlich etwas teurer als ein vergleichbarer Verbrenner. Die höheren Preise werden durch die Kaufprämien für Elektrofahrzeuge derzeit jedoch weitgehend ausgeglichen. In puncto laufende Kosten haben Elektroautos aber die Nase vorn. Stromer erfordern weniger Wartung, da weniger Teile verschleißen. Vor allem aber ist Strom deutlich günstiger als Benzin.

Das Bild hat sich gewandelt: Mittlerweile können Stromer zu besseren Konditionen versichert werden

Das Vergleichsportal Verivox hat nun die Kosten für die Kfz-Versicherung von E-Autos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Versicherung für Stromer ist im Durchschnitt günstiger.

So hat Verivox verglichen: Es wurde überprüft, wie viel die Versicherung für acht Elektroautos und vergleichbaren Benzinern bei den zehn günstigsten Kfz-Versicherungsanbietern kostet. Die angegebenen Faktoren für den Versicherungsnehmer waren jeweils die gleichen. Versichert werden sollte ein 40 Jahre alter Alleinfahrer mit Schadensfreiheitsklasse 10.

Die jährliche Laufleistung wurde auf 12.000 km festgelegt und bei der Vollkaskoversicherung wurden 300 Euro Selbstbeteiligung vereinbart. Sieben Mal war das Angebot für das E-Auto günstiger. Wolfgang Schütz, der Geschäftsführer von Verivox zeigt sich überrascht von demErgebnis. Da E-Autos in der Anschaffung deutlich teurer sind als vergleichbare Benziner, müsste seiner Meinung nach eigentlich die Kaskoprämie eigentlich teurer sein. Zudem kam man bei einer Stichprobe aus dem Jahr 2014 noch zu einem anderen Ergebnis als bei der aktuellen Auswertung. Damals lagen die Versicherungsprämien für Stromer noch um sechs Prozent über denen von vergleichbaren Benzinern.


Die Versicherungsangebote für Elektroautos waren bis zu 29 Prozent

Ein paar Beispiele aus der neuen Auswertung: Bei den zehn günstigsten Versicherungsgesellschaften schlägt die Haftpflichtversicherung für den Hyundai Kona Elektro mit durchschnittlich 200,69 Euro zu Buche. Für die Vollkaskoversicherung werden durchschnittlich 288,92 Euro fällig. Das ergibt einen Gesamtbetrag von 489,61 Euro. Verglichen mit den Kosten für den Hyundai Kona 1.6 T-GDI, bei dem die Gesamtsumme im Durchschnitt 547,49 Euro beträgt, ergibt sich eine Ersparnis von rund elf Prozent.

Noch größer ist die Ersparnis beim Renault ZOE im Vergleich zum Renault Clio 1.0. Die Gesamtversicherungskosten für die E-Variante in Höhe von durchschnittlich 356,20 Euro setzen sich aus 184,52 Euro für die Haftpflichtversicherung und 171,86 Euro für die Vollkasko zusammen. Für den Benziner fallen insgesamt 465,82 Euro an. 225,78 Euro davon entfallen für die Haftpflichtversicherung. Die restlichen 240,04 Euro sind für die Vollkaskoversicherung fällig. Der Renault ZOE ist somit 24 Prozent günstiger zu versichern als der Renault Clio.

Bei der Auswertung gab es nur einen Benziner, bei dem die Versicherung günstiger war als bei dem vergleichbaren Elektrofahrzeug. Für den Audi Q7 3.0 TDI Quattro kostet die Versicherung 789,41 Euro. Für den Audi e-tron 55 Quattro berechnen die Versicherer im Schnitt acht Prozent mehr. Die Versicherung für das E-Auto schlägt mit insgesamt 855,16 Euro zu Buche.

Bei der Auswertung ergab sich bei den anderen sieben Elektroautos eine Ersparnis zwischen einem und 29 Prozent im Vergleich zu den jeweiligen Verbrennern. Verivox liefert auch gleich eine Erklärung für das Ergebnis. Die Höhe der Versicherungsprämien wird nach Schadenhäufigkeit und Schadenshöhe berechnet. Die Analysten der Versicherer haben diesbezüglich nun über Jahre hinweg Daten sammeln können. Da die Stromer günstiger zu versichern sind als die Verbrenner, scheinen weniger Schäden von Fahren von E-Autos gemeldet zu werden.